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Variantenpragmatik des Deutschen

Kommunikative Muster im Vergleich

In dem trinationalen Projekt “Variantenpragmatik des Deutschen – kommunikative Muster im Vergleich” (Projektstandorte FU Berlin, PLUS Salzburg und Universität Zürich) werden regionale Unterschiede im Gebrauch kommunikativer Muster untersucht. Dass es solche Unterschiede im deutschsprachigen Raum gibt, ist eine weit verbreitete Annahme. Vermutet wird auch, dass Unterschiede im Kommunikationsverhalten immer wieder zu Missverständnissen und Irritationen zwischen Personen aus unterschiedlichen Gebieten führen. Das Projekt geht diesen Fragen nach, indem es kommunikative Muster in Deutschland, Österreich und der Schweiz sowohl ländervergleichend als auch innerstaatlich untersucht.

Foto: Kevin Curtis / Quelle: unsplash

Ziele des Forschungsprojekts

Im Zentrum des Projekts steht die Untersuchung von Phänomenen, die den Gebrauch von Routineformeln, Höflichkeitspartikeln, Sprechaktrealisierungen (wie z.B. Beschwerden oder Bitten) und das Anredeverhalten betreffen. Übergeordnetes Projektziel ist es herauszuarbeiten, wie sich die Variation in diesem Phänomenbereich geographisch verteilt und wie sich die in der Öffentlichkeit vorherrschenden Annahmen über kommunikative Muster in Relation zu den Sprachgebrauchsdaten darstellen. Strikt areal-vergleichend werden dazu in den fünf Teilprojekten P1 bis P5 Daten aus Deutschland, Österreich und der Schweiz erhoben und diese mit Zuschreibungen aus dem Mediendiskurs verglichen. Die Erkenntnisse aus den Untersuchungen sollen sowohl auf theoretischer Ebene (v.a. für die Pragmatik und die Pluriarealitätsforschung) als auch hinsichtlich der Methodologie nutzbar gemacht werden; fruchtbar wird ausserdem der Dialog mit anderen Disziplinen, wie z.B. der Soziologie und Psychologie, sein. Explizites Ziel des Projekts ist es auch, faktenbasiert auf den öffentlichen Diskurs einzuwirken.

Empirische Studien zur arealen Variation im deutschsprachigen Raum existieren zwar in grosser Zahl, dabei wurden aber vor allem die Aussprache, die Lexik sowie grammatische Phänomene in den Blick genommen, nicht die pragmatische Dimension. Das Projekt schliesst diese Lücke und stellt den öffentlichen Diskurs zu den kommunikativen Unterschieden im deutschsprachigen Raum auf ein breites empirisches Fundament. Eine solche Untersuchung, die an der Schnittstelle zwischen Variationslinguistik und Pragmatik steht, wurde bislang nicht durchgeführt. Dies steht in starkem Kontrast zum grossen öffentlichen Interesse an diesem Thema, das sich in zahlreichen Medienberichten, Interviews und Blogbeiträgen widerspiegelt.

Beteiligte Universitäten:

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start.txt · Last modified: 2022/07/08 09:23 by Michael Obrist